Letztes Jahr im Mai haben wir die Feiertage geschickt ausgenutzt und konnten so für ein langes Wochenende nach Mailand reisen – und sogar einen Ausflug zum Comer See unterbringen. Was wir in unseren vier Tagen dort erlebt haben, welche Sehenswürdigkeiten ihr in Mailand nicht verpassen solltet und wie wir ein opulentes Buffet für 11€ bekommen haben, erfahrt ihr hier.

Sehenswürdigkeiten in Mailand

Bei fast allen Citytrips erkunden wir die Stadt gerne zu Fuß. Dadurch entdeckt man viele schöne Ecken und lernt die Stadt und Einwohner besser kennen. Mit dieser Route kommt ihr an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten Mailands vorbei:

  • Piazza San Babila: Die hier liegende Basilica San Babila ist eine der ältesten Kirchen der Stadt. Umgeben von hohen Häusern geht die kleine, unscheinbare Kirche fast unter. Ein Blick hinein lohnt sich dennoch!
  • Danach kommt ihr auf eurem Spaziergang am Domplatz vorbei. Da es dort so viel zu sehen gibt, haben wir weiter unten ausführlichere Infos dazu gesammelt.
  • Piazza dei Mercanti: Wie der Name schon verrät war hier im Hochmittelalter der Markt – und damit das Herz der Stadt. Im Jahr 1233 wurde dann der Palazzo della Ragione als Stadtverwaltung und Marktgebäude errichtet.
  • Castello Sforzesco: Im Nordwesten der Stadt liegt das Castello Sforzesco. Es ist eine riesige Burg, an dessen Bau unter anderem Leonado da Vinci beteiligt war. Ihr könnt das Gelände der Burg und die Wehrmauern kostenlos besichtigen und solltet sie euch auf keinen Fall entgehen lassen. Der Zutritt zum dazugehörigen Museum kostet 5€.
  • Parco Sempione: Direkt hinter dem Castello findet ihr den Parco Sempione. Er ist die „grüne Lunge“ der Stadt und eignet sich perfekt als Rastplatz nach der langen Sightseeingtour. Am Ende des Parks liegt der Arco della Pace, ein imposanter Triumphbogen. In der Nordwestecke des Parks findet ihr den Torre Branca, der im Jahr 1922 errichtet wurde. Mit einem Lift könnt ihr innerhalb von 90 Sekunden auf die Spitze des 99 Meter hohen Aussichtsturms gelangen und dort eine Rundumsicht über die ganze Stadt genießen. Die Fahrt im Lift kostet 5€.
  • Basilica di Santa Maria delle Grazie: Noch eine Kirche? Ja! Es klingt eintönig, aber die vielen Kirchen in Mailand unterscheiden sich alle von einander und gerade die Basilica di Santa Maria delle Grazie ist ein wahres Meisterwerk. Auch wenn es etwas abseits des Zentrums liegt ist es den Weg dahin wert. Im angrenzenden Dominikanerkloster (übrigens ein UNESCO-Weltkulturerbe) könnt ihr das berühmte Gemälde Das letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci betrachten.
  • Basilica di Sant’Ambrogio: Mit ihren zwei Glockentürmen ist die Basilica äußerlich etwas sehr besonderes. Im Inneren findet ihr eindrucksvolle goldene Verzierungen und einen goldenen Altar. Der Eintritt in die Basilika ist kostenlos. Der Zutritt zum Schatz des heiligen Ambrosius (eine Grabkapelle mit goldenen Mosaiken und wertvollen Kultgeräten) kostet 2€.
  • Colonne di San Lorenzo: Die Colonne di San Lorenzo gegenüber der Basilika di San Lorenzo waren Teil eines Gebäudes aus dem 3. Jahrhundert. 16 korinthische Marmorsäulen waren Teil der tragenden Konstruktion einer Therme des Imperators Massimiliano.
  • Navigli: Das Viertel der Kreativen und Abends kulinarischer Treffpunkt für Einheimische und Touristen. Genauere Infos findet ihr weiter unten im Text.

Dom, Domplatz & Umgebung

Er ist das Markenzeichen der Stadt – der Doumo di Milano! Mit seinen 108m Höhe zählt er zu den größten und vor allem prächtigsten Kirchen der Welt. Gerade der Dachschmuck mit rund 3400 Marmorstatuen machen das Gebäude so eindrucksvoll – und zur meist fotografierten Sehenswürdigkeit in der Region.
Natürlich kann man den Dom besichtigen. Leider müsst ihr dafür Geduld beweisen, denn man muss bis zu zwei Stunden Schlange stehen. Trotzdem wollte ich unbedingt in den Dom hinein. Rückblickend kann ich aber sagen: es hat sich nicht wirklich gelohnt. Von außen spektakulär, von innen eher langweilig. Wenn ihr nur wenig Zeit in Mailand habt, dann nutzt sie lieber für die anderen Sehenswürdigkeiten als zum Schlange stehen.
Tickets könnt ihr vorher an der Tourist Information direkt am Piazza del Doumo oder auch online kaufen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Culture Pass (Besuch des Doms und einiger Grabstätten und Kappellen): 8€
  • Culture Pass + Besuch der Domterrassen per Lift: 17€
  • Culture Pass + Besuch der Domterrassen per Treppe: 13€
  • Fast Track: für Ungeduldige 😉 25€

Auch die direkte Umgebung des Mailänder Doms hat eine Menge Sehenswürdigkeiten zu bieten:

  • Domterassen: Auf dem Dach des Doms könnt ihr über verschiedene Terrassen auf unterschiedlichen Höhen spazieren und bekommt einen tollen Blick auf die aufwendigen Marmorfiguren sowie den Piazza del Doumo. Wir haben uns für den Culture Pass + Treppe entschieden und auch wenn es etwas anstrengend war, wir haben den Aufstieg über 251 Stufen gemeistert 🙂
    Leider war bei unserem Besuch die vier Meter hohe, goldene Madonnina, die als Highlight gilt, zur Restauration abgedeckt. Trotzdem war der Ausblick die Anstrengung wert.
  • Piazza del Doumo: Neben der Kathedrale findet ihr am Domplatz noch weitere beeindruckende Gebäude. An der südöstlichen Ecke des Doms den erzbischhöflichen Palazzo del Arengario, gefolgt vom königlichen Palast Palazzo Reale, sowie den Palazzo del Arengario in welchem sich das Museo del Novecento befindet. Dieses ist der Kunst des 20. Jahrhunderts gewidmet.
  • Galleria Vittorio Emanuele II: Direkt neben dem Dom findet ihr das Kaufhaus der Reichen und Schönen 😉 Wir haben hier zwar keine Shoppingtour gemacht, sind aber durch die Galleria geschlendert und haben die eindrucksvolle Architektur mit der riesigen Glaskuppel bewundert.
  • Piazza della Scala: Wenn ihr die Galleria einmal komplett durchschritten habt, dann gelangt ihr auf den Piazza della Scala. In der Mitte des Platzes ist eine Statue des Künstlers Leonardo da Vinci. Umgeben ist er vom Palazzo Marino, in welchem regelmäßig Kunstausstellungen stattfinden und das Opernhaus Teatro alla Scala.

Essen und Trinken

Die Italiener lieben essen und von dieser Liebe lässt man sich gerne anstecken. Leider hatten wir bei unserem Mailand Wochenende nicht die Zeit, um uns durch alle typischen Mailand-Gerichte zu schlemmen, aber wir wollen euch dennoch ein paar Tipps geben.

Zum Abendessen werden 4-5 Gänge serviert: Aperitivo, Vorspeise, Pasta-Gericht, Fleisch-Gericht und Dessert. Wir haben uns meist nur ein Gericht pro Gang bestellt, sonst hätten wir nicht alles geschafft. Diesen konnten wir aber auch ohne Probleme teilen – für die Kellner schien das vollkommen normal zu sein.

Ein absolutes Must Eat: Risotto alla Milanese. Das ist ein mit Safran und Parmesan verfeinertes Risotto.

Fleischliebhaber sind in Mailand gut aufgehoben, denn die lombardische Küche zeichnet sich durch viele unterschiedlich zubereitete Fleischgerichte aus. Rinderschmorbraten, Kotelett und Carpaccio di Bresaola stehen hier unter anderem auf der Speisekarte. Nudelgerichte werden meist mit Gorgonzola verfeinert und Pizza mit knusprig dünnem Boden gebacken. Echt italienisch!

In unzähligen Cafés könnt ihr auf eurer Tour entlang der Sehenswürdigkeiten Mailands für eine kurze Erfrischung anhalten. Einen Espresso und einen kleiner Snack nehmen die Italiener übrigens typischerweise stehend am Tresen zu sich.

 

Navigli-Viertel

Das Navigli-Viertel ist ein echter Spar-Tipp für alle Bugdet-Traveller! Naviglio Grand und Naviglio Pavese sind künstlich angelegte Kanäle, die sich durch die City schlängeln. Früher lebten an ihren Ufern hauptsächlich Arbeiterfamilien, heute ist das Viertel ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen. Jeden Abend erwacht das Viertel zum Leben. Denn hier gibt es viele Restaurants, die in opulentes All-you-can-eat-Buffet inklusive einem Cocktail für nur 11€ anbieten. Ja, ich konnte es auch nicht glauben, aber es stimmt wirklich! Wir waren im Restaurant La Tradizionale und haben dort einen Aperol Spritz zum Buffet getrunken. Von Antipasti über Salat, Foccacia, Pizza, Pasta und leckerem Schinken bis hin zum Dessert war alles dabei! Ähnliche Angebote waren auch an anderen Restaurants angeschlagen.

Dazu besticht das Navigli-Viertel einfach mit einem unvergleichlichen Charme: Hier ist nichts von der Großstadt-Atmosphäre zu spüren. Alte Gebäude, kleine Gassen mit versteckten Weinbars und viele Kreative, die hier ihr Können beweisen.

Tagesausflug zum Lago di Como (Comer See)

Da wir an unseren ersten beiden Tag beim Sightseeing extra viel Gas gegeben haben, konnten wir am dritten Tag noch einen Ausflug zum Comer See machen. Der liegt nämlich gar nicht so weit von Mailand entfernt und ist daher gut mit dem Mietwagen oder Zug zu erreichen. Wir haben einen Zug der Trenitalia vom Bahnhof Milano Centrale nach Lecco gefahren. Die Kosten liegen bei etwa 7,80€ pro Person und die Fahrt dauert knapp eine Stunde.

Wir haben uns für Lecco entschieden, da wir nach dem Troubel der Großstadt gerne etwas Ruhe genießen wollten. Man kommt von Mailand aus aber fast genauso schnell in das belebtere Como.

Nach unserer Ankunft in Lecco ging es natürlich zuerst ans Wasser. Hier hat man einen superschönen Ausblick auf den Comer See und die ihn umgebenden Berge. Außerdem kann man kleine Boote mieten oder auch eine Bootstour auf dem See machen.

Lasst euch bei einem Besuch einfach durch die kleinen Straßen des Ortes treiben: ihr findet an jeder Ecke neue Überraschungen! Die kleinen Boutiquen, Cafés, Weinbars und Restaurants sind noch nicht auf Massentourismus ausgelegt, sondern gelten wohl noch als echter Geheimtipp – dadurch spürt man die italienische Lebenslust auf Schritt und Tritt.

Den letzten Tag haben wir bei einem leckeren Brunch ausklingen lassen und sind dann zurück in die Heimat gereist.

Jetzt seid ihr gefragt: Kennt ihr noch mehr Sehenswürdigkeiten in Mailand, die man bei einem Städtetrip nicht verpassen sollte? Dann erzählt uns in den Kommentaren davon!