Urlaub in Zeiten von Corona machen – gar keine so leichte Aufgabe. Schließlich sind im Jahr 2020 sämtliche Urlaubshotspots in Deutschland – von den Bergen bis zum Meer – total überlaufen. Was aber, wenn man einfach mal ein bisschen Ruhe haben möchte?

Wir hatten eine gute Idee: Wir haben uns zwei E-Bike geschnappt und sind damit den Moselradweg von Koblenz bis nach Trier geradelt. Dabei haben wir die großen Städte entlang des Weges vermieden und sind in kleinen, verschlafenen Örtchen untergekommen. Unterwegs durften wir ganz ohne Menschenmassen die Schönheit der Mosellandschaft mit ihren Weinbergen genießen… und natürlich auch das eine oder andere Glas Wein.

Die Route des Moselradwegs

Tag 1: Sightseeing in Koblenz

Bevor wir uns auf die Räder geschwungen haben, haben wir uns erstmal unseren Startpunkt genauer angeschaut: die historische Stadt Koblenz. Zuerst ging es natürlich zum Deutschen Eck, die Stelle an welcher Rhein und Mosel zusammen fließen. Hier steht auch eine riesige Kaiser-Wilhelm-Statue.

Außerdem haben wir uns das Schloss Koblenz angeschaut. Der große Schlossgarten auf der Rückseite eignet sich übrigens perfekt für ein kleines Picknick! Anonsten sind wir einfach durch die Altstadt spaziert, haben die Brunnen und Kirchen bewundert und uns treiben lassen. Ein Eis aus dem Eiscafé e Gelo Sia dürft ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen! Dort gibt es ausgefallene Sorten, die aber super lecker sind 🙂

Tag 2: Von Koblenz bis nach Klotten (50km)

Am Deutschen Eck fließen der Rhein und die Mosel zusammen – deshalb war das natürlich der Startpunkt für unsere Moselradtour. Von dort aus findet ihr auch überall Schilder, die euch den richtigen Weg zeigen und auch die Entfernung zur nächsten Stadt angeben. Haltet euch immer an der grüne M.

Achtung: Nach den ersten Kilometern, kurz bevor ihr Koblenz verlasst, müsst ihr einmal über eine große Brücke fahren um auf die andere Moselseite zu gelangen. Das war etwas unübersichtlich für uns, man muss sehr genau auf die Schilder achten. Auf der anderen Seite angekommen verleitet ein kleiner Weg direkt am Fluss dazu, ihm zu folgen. Aber auch hier müsst ihr genau auf die Schilder achten, sonst landet ihr nach kurzer Zeit auf der Straße und müsst dort weiter radeln – so wie wir. Zum Glück konnten wir einige Kilometer weiter wieder auf den richtigen Radweg wechseln und sind dann direkt am Weinberg entlang gefahren 🙂

Nach etwa 11 Kilometern landet ihr dann in Winnigen, einem süßen historischen Städtchen. Der Marktplatz hier lädt zu einer ersten kleinen Pause ein. Frisch gestärkt ging es dann weiter bis nach Klotten, einem kleinen Ort kurz vor der Touristenstadt Cochem. Unterwegs haben wir uns immer wieder zu einer Pause und einem Glas Wein verleiten lassen – die Möglichkeiten dazu sind grenzenlos! Außerdem findet ihr überall Picknickplätze und Holzbänke, sodass ihr regelmäßig verschnaufen könnt.

Mit einem kleinen Umweg könnt ihr euch auch die Burg Eltz anschauen. Wir haben uns die zusätzlichen Kilometer aber erspart, da es über 30°C warm war und wir schon ziemlich erschöpft.

Nach dem Check-In ins Hotel Zur Post waren wir dann doch neugierig und sind noch die 3km bis nach Cochem geradelt. Dort haben wir uns die historischen Gebäude und niedlichen kleinen Shops angeschaut. Da der Ort aber total überlaufen war, sind wir dann auch schnell wieder geflüchtet. Klotten bietet mindestens genauso gute Restaurants – ganz ohne Touristenfallen.

In dem Hotel gibt es übrigens eine Garage für Fahrräder und Motorräder, einen Begrüßungsdrink nach Wahl und ein leckeres Frühstücksbuffet. Sehr zu empfehlen!

Tag 3: Von Klotten zur Moselschleife und weiter bis nach Kröv (57km)

Frisch gestärkt ging es am nächsten Morgen wieder auf den Sattel. Vorbei an Cochem ging es geradewegs zu einem Highlight auf der Route: die große Moselschleife in Bremm.

Direkt in Bremm gibt es eine Aussichtsplattform, die allerdings nicht ganz leicht zu finden ist. Am Radweg gibt es einen Ortsplan, von dort aus müsst ihr der Straße nach oben auf den Berg folgen und dann seht ihr die Plattform nach einiger Zeit auf der rechten Seite. Dort stehen große Fahnenmaste, ihr solltet sie also nicht übersehen 🙂

Bis zur Plattform könnt ihr auch mit dem Fahrrad fahren. Wer ein bisschen mehr sehen will, kann auch einige Treppenstufen auf einen Weinberg hinauf steigen und dem Wanderweg dort folgen. Achtung: Dazu braucht ihr unbedingt festes Schuhwerk und ihr solltet sicher auf den Beinen stehen, auch wenn mal ein Stein wegrutscht oder ähnliches.

Nachdem wir einige Zeit lang die Aussicht genossen haben, ging es weiter entlang der Mosel-Windungen. Nach einem Zwischenstopp in dem historischen Ort Traben-Trarbach war unser Etappenziel Kröv.

Abends angekommen wollten wir eigentlich in Beth’s Römerkeller essen gehen, leider war es aber schon ausgebucht. Reservieren lohnt sich. Wir sind stattdessen in die Hexenscheune gegangen und haben hier super leckere Flammkuchen mit Federweißer gegessen.

Übernachtet haben wir im Gästehaus Reichsdorf, welches wir absolut empfehlen können! Dort haben wir ein kostenloses Upgrade auf ein Zimmer mit eigener Sauna bekommen und das hat unseren strapazierten Muskeln richtig gutgetan. Nach der Ankunft im Hotel konnten wir uns aussuchen, was wir am nächsten Morgen frühstücken wollen und das Essen wurde dann direkt an unseren Tisch gebracht. Und die Auswahl war riesig: Von Brötchen, gekochten Eiern, Rührei, Kuchen, Porridge, Müsli, Obst und Gemüse, verschiedene Getränke bis hin zu kleinen Überraschungen war alles dabei.

Tag 3: Von Kröv nach Trier (90km)

Am dritten Tag stand uns die letzte und längste Etappe bevor: 90km bis nach Trier. Eine sportliche Ansage, selbst mit E-Bike! Deswegen haben wir unterwegs immer nur kurze Stopps eingelegt und uns die Orte nicht genauer angeschaut. Wenn ihr die Radtour ebenfalls machen wollt, dann würde ich euch raten einen Tag mehr einzuplanen. Dadurch wird der Urlaub entspannter und ihr müsst euch nicht so abhetzen.

Nach einem anstrengenden Tag haben wir sie endlich erreicht: Die Porta Nigra in Trier, unser Endziel! Wir sind bis heute unglaublich stolz, dass wir diese lange Strecke so problemlos gemeistert haben.

Deshalb durften wir uns abends natürlich ein leckeres Abendessen im Restaurant Kartoffelkiste und danach noch ein paar leckere Cocktails gönnen!

Tag 4: Sightseeing in Trier

Trier ist die älteste Stadt Deutschlands. Deshalb gibt es dort jede Menge zu entdecken – und wir mussten uns vor dem Sightseeing erstmal gut stärken. Wenn ihr Fans von leckerem Porridge seit, dann empfehlen wir euch zum Frühstücken ins Café Liebling zu gehen.

Zum Glück war unser Hotel ganz in der Nähe der Porta Nigra und damit sehr zentral gelegen. Von dort aus konnten wir die Stadt zu Fuß erkunden. Die Porta Nigra war übrigens eines von vier Stadttoren in Trier und wurde schon 170 n.Chr. von den Römern erbaut. Heute ist sie eine von acht UNESCO-Welterbestätten in Trier. Direkt um die Ecke des Tores findet ihr übrigens auch eine Statue von Karl Marx, welcher in Trier geboren wurde.

Bei unserem Spaziergang durch die Stadt kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, da so gut wie alle Gebäude ein Stück Geschichte verkörperten. So kamen wir am Dreikönigenhaus, einem Wohnturm aus dem Jahre 1680 vorbei, schlenderten über den Hauptmarkt und gelangten dann zum St. Petrus Dom. Dies ist die älteste Bischofskirche Deutschlands und mit einer Länge von 112,5 Metern und einer Breite von 41 Metern wirklich gewaltig.

Über einen Umweg am kunstvoll verzierten Handwerkerbrunnen kamen wir dann zur Konstantinbasilika und den angrenzenden Palastgarten. Die Basilika diente den römischen Kaisern im 4. Jhd. als Audienz-Saal.  Nur ein kleines Stück weiter liegen schon die Kaiserthermen und das Amphitheater, in welchem früher die Gladiatorenkämpfe ausgetragen wurde. Heutzutage kaum noch vorstellbar! All diese Orte könnt ihr natürlich besichtigen, plant also genug Zeit für alles ein.

Gerade Geschichtsfans kommen in Trier voll auf ihre Kosten – und alle anderen lernen an jeder Ecke etwas über die alten Römer und ihr Leben.