Marokko – das Tor zum Orient: Wir wollten diese Welt kennenlernen und einige Abenteuer wie in 1001 Nacht erleben. Deshalb haben wir im Sommer, bei glühender Hitze eine einwöchige Reise nach Marokko unternommen und dabei auch eine kleine Rundreise durch das Atlas-Gebirge, das Dades-Tal bis hin zur Sahara gemacht. Und es war wirklich unvergesslich! Dank eines unverschämt günstigen Angebots von Travelbird haben wir dieses Mal eine Rundreise-Tour gebucht. Hier zeigen wir euch unsere Stopps:

Tag 1: Start der Rundreise – Marrakesch bis Dades

Bereits früh am Morgen ging es los: auf dem Weg zum historischen Dorf Kasabah Aït-Ben-Haddou fuhren wir lange Zeit durch über den Gebirgspass Tizi n’Tichka im Atlasgebirge. Die engen Kurven und waghalsigen Überholmanöver der Einheimischen sind uns zwar etwas auf den Magen geschlagen, dafür wurden wir aber mit wunderschönen Ausblicken auf das Gebirge belohnt. Wir haben immer wieder angehalten und Fotostopps gemacht oder kleine Läden der Einheimischen am Straßenrand besucht.

Schon von weitem kann man das Dorf Kasabah Aït-Ben-Haddou gut erkennen: Auf einem Hügel gelegen, ist das UNESCO-Weltkulturerbe mit seinen Lehmhäusern und den umgebenden Festungsmauern ein wunderbares Beispiel traditioneller marokkanischer Architektur. Filmfans erkennen es vielleicht auch aus Szenen in „Die Mumie“, „Königreich der Himmel“, „Gladiator“ und der Serie „Game of Thrones“. Zu Fuß haben wir langsam die Wege durch das Dorf erkundet und dabei einige Künstler kennengelernt, die noch mit traditionellen Methoden arbeiten. So werden Bilder mithilfe von Lupen und Sonnenlicht in Pergamant gebrannt oder mit den Farben der örtlichen Pflanzen (wie Safran) gemalt. Das ist wirklich beeindruckend!

Anschließend ging die Fahrt weiter in die Stadt Ouarzazate, welche ebenfalls schon oft als Filmkulisse diente. Hier befindet sich das Filmmuseum Ouarzazate, in welchem Kunstwerke und Filmkulissen aus den Filmen, die in der Region gedreht wurden, ausgestellt werden. Große Spezialeffekte und Filmtechnik könnt ihr hier nicht erwarten, aber für 30 drm Eintritt (ca. 3 €) ist das Museum nett anzusehen.

Nun geht es weiter zum letzten Stop des Tages: Die Oasenstadt Boumalne Dades. In unserem Hotel hatten wir eine traumhafte Aussicht ins Tal und der umgebenden Berglandschaft und konnten den Sonnenuntergang im Pool genießen. Außerdem gab es im Restaurant abends die traditionelle marokkanische Tajine und zum Nachtisch eine Gesangs- und Trommeleinlage der Hotelangestellten. Es war wirklich toll anzusehen, wie viel Spaß dort alle miteinander hatten und wir sind gleich in den Tanz mit eingestiegen.

Tag 2: Dades bis in die Sahara (Merzouga)

Nach einem leckeren Frühstück mit Blick auf das Dades-Tal starten wir in Tag 2 unserer Marokko Rundreise. Auf dem Weg zur Sahara machen wir einen Abstecher in die Todra Schlucht, eine Schlucht im östlichen Teil des Hohen Atlasgebirges, in der Nähe der Stadt Tinghir.

Am späten Nachmittag erreichten wir das kleine Dorf Merzouga. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel startet unser großes Abenteuer: Wir besteigen die Kamele und reiten durch die Sahara zu Nomaden Zelten. Das „Aufsitzen“ war zwar etwas wackelig, aber nach kurzer Eingewöhnungsphase kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: Mit jedem Schritt wurde der Sand roter, der Himmel blauer und die Dünen höher, bis wir den Ort hinter uns schließlich gar nicht mehr sehen konnten. Ich hätte nie gedacht, dass uns hier so satte Farben erwarten – besser, als auf jedem Foto, das ich bisher gesehen hatte! Den Sonnenuntergang haben wir uns auf der Spitze einer Düne, nur umgeben von rotem Sand angeschaut. Das war wirklich ein unvergessliches Erlebnis.

Nach etwa zwei Stunden hatten wir die Nomaden Zelte schließlich erreicht und waren heilfroh. Auf Dauer ist so ein Kamel nicht wirklich bequem 😉

Zum Abendessen gab es wieder eine Tajine und im Anschluss konnten wir am Lagerfeuer traditioneller Musik und Tänzen des Nahen Ostens bewundern. Wir haben uns aber vom Lagerfeuer verabschiedet und sind wieder ein Stück von den Zelten weggegangen. Hier, mitten im Nichts und ohne „Lichtverschmutzung“, hatten wir einen absolut beeindruckenden Sternenhimmel über uns. Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus!

Tag 3: Kamelritt nach Merzouga

Früh morgens, noch vor Sonnenaufgang und bevor die Hitze die Luft erfüllt haben wir uns wieder zurück auf den Weg in den Ort gemacht – natürlich nicht ohne Zwischenstopp, um den Sonnenaufgang zu bewundern. Den restlichen Tag haben wir nach der anstrengenden Reise zum entspannen am Pool genutzt und den Schlaf der letzten Nacht nachgeholt 🙂

Tag 4: Rückreise nach Marrakesch

Gleich nach dem üppigen Frühstück machten wir uns dann auf den Weg nach Marrakesch. Die Fahrt zurück dauert ca. neun Stunden, deshalb haben wir unterwegs nur kurze Essensstopps gemacht, uns aber nichts mehr angesehen.

Auch wenn die Marokko Rundreise durch die langen Fahrten wirklich anstrengend war, so hat sich der Weg doch gelohnt: Wir konnten eine uns völlig unbekannte Seite Marokkos sowie die Kultur des Landes kennenlernen und der Kamelritt durch die rote Sahara war ein richtiges Highlight!

Die restlichen Tage unseres einwöchigen Urlaubs haben wir noch zum Sightseeing in Marrakesch genutzt.